Die Freien Wicca

Vorbemerkung

Die Jahrhunderte haben den Hexen viel Leid und Unterdrückung beschert. Viel wurde uns durch die Christenheit angedichtet. So wurde den Hexen der Umgang mit dem Teufel unterstellt der aber eine der ureigensten Schöpfungen der christlichen Mythologie ist. Hexen praktizieren Schwarze Magie gegen die Menschen um ihre Seelen dem Teufel zuzuführen. All dies ist barer Unsinn und widerspricht der strengen Ethik der Hexen. Leider gibt es immer wieder Menschen die sich als Hexen ausgeben und angebliche Zauber aussprechen; gegen entsprechende Gebühr versteht sich. Dies ist Scharlatanerie und hat mit Religion nicht zu tun.

Ein kurzer Abriß

Die Religion der Hexen bzw. der WICCA hat ihre Wurzeln in der Naturreligion. Seit frühester Zeit beten die Menschen zur “Großen Göttin" , zur Mutter der Menschheit. Schon seit der praehistorischen Zeit sind Funde bekannt die das belegen. Figurinen mit überdimensionalen weiblichen Attributen bezeugen die Ehrfurcht der Menschen vor dem weiblichen Schöpfungsakt. Für die damaligen Menschen war die Geburt von neuem Leben ein magischer Akt und somit war es nur logisch, das das göttliche Wesen weiblich war. Daraus resultiert auch der gesellschaftliche Aufbau früher menschlicher Gemeinschaften , die sich matriachalisch organisierten. Doch mit der Weiterentwicklung der Menschheit wurde diese Organisation der Menschheit langsam aber sicher verdraengt. Die Maenner übernahmen die Macht in den Staemmen und formten sich Ihre eigene Religion. Bedingt durch kriegerische Auseinandersetzungen, gewannen die Götter im Patheon immer mehr Macht. Der Krieg wurde der Vater aller Dinge und so schwand der Einfluß der Frauen und der Göttin. In den Mythologien der Völker ist dieser Prozeß sehr eindrucksvoll beschrieben. In der babylonischen Mythologie kommt es zum Kampf zwischen der Göttin und Urmutter Tiamat und dem mesopotamischen König Marduk. Tiamat ist hier nicht mehr die gütigen Mutter, sondern die zerstörerische weibliche Kraft gegen die Marduk ins Feld zieht. Marduk siegt und zerstückelt Tiamat. Er schafft eine neue Welt aus ihrem Körper , Himmel und Erde. Diese neue Welt des Patriachats ist eine Welt in der nichts mehr eine Einheit ist. So wie der Körper der Tiamat zerstückelt wurde, so wurde auch die Seele der Menschen zerstückelt. Diese Anfaenge der Patriachats führten dazu, das das göttliche von der Erde in den Himmel verbannt wurde. Doch wenn das göttliche nicht mehr auf Erden weilt, so kann man den Wesen der Erde auch keine Respekt mehr zollen und so wird alles zum Freiwild erklaert. Der Baum im Vorgarten wird gedankenlos gefaellt, weil er im Herbst mit seinen Blaettern die Straße Æverdreckt" . Sein Leben wird nicht ehrfurchtsvoll beendet um Leben zuerhalten, um im Winter Feuerholz zu sein, um Haus zu sein, nein er stört. Waelder werden gerodet um Autobahnen durch das Land zu ziehen, damit mensch noch mehr Kilometer im Urlaub zurücklegen kann! Mensch hat den Respekt vor der Natur und auch sich selber verloren! Sicher muß man einraeumen das die WICCA-Religion nicht nahtlos bis in die Steinzeit zurückzuverfolgen ist. Sicher ist sie so wie wir sie heute kennen eine junge Religion, allerdings mit uralten Wurzeln.. Doch müssen wir eines berücksichtigen, das wir vieles aus unserem uralten Wissen schöpfen aus einem Erfahrungsschatz der viele Leben zurückreicht.

Philosophie der Hexen

Für uns Hexen ist die Trennung von der göttlichen Natur ein Zustand den wir nicht akzeptieren können. Wir respektieren auch die patriarchalische Ordnung der Welt nicht und die Gewaltsysteme die daraus resultieren. Hexen respektieren die Natur und verehren die Vielfalt der Natur. Hexen lieben die Vielfalt der menschlichen Existenz. So ist auch die Religion der Hexen auf der einen Seite sehr individuell, auf der anderer Seite aber universal in allen Völkern und Staemmen vertreten. Es gibt kein gemeinsames Buch auf das wir uns stützen können, wie Christen, Juden oder Moslems. Wir WICCA-Hexen lernen durch unser Leben und das was wir erleben, wir lernen durch die Magie, durch Meditationen und durch Rituale, die uns mit der Göttin und Ihrer Kraft verbinden.

Die Dreierregel

Die Ethik der Hexen ist sehr einfach zu verstehen und man bezeichnet sie als die Dreierregel. Alles was Du als Hexe tust, wird dir dreifach zurückgegeben. Jede Tat, jeder Gedanke hat einen Ursprung und ein Ziel. Denn unsere Magie ist eine Kraft die gezielt eingesetzt werden kann. Doch jede Kraft kann auch zu ihrem Ursprung zurückkehren. Diese einfache Regel weist uns an nichts Unüberlegtes zu tun, da uns das Ergebnis dreifach wieder ereilt Tun wir etwas Böses, so wird uns die Kraft der bösen Tat dreifach ereilen, tun wir Gutes so wird uns die Kraft der guten Tat dreifach ereilen. Eine wahre Hexe wird sich anhand dieser Regel hüten Böses zu tun. Böse Zauber oder gar Blutopfer, wie sie von Satanisten vollzogen werden sind für Hexen undenkbar.

Wiedergeburt und Sterblichkeit

Wir Hexen glauben an die Wiedergeburt. Wir leben auf dieser Erde um zu lernen und uns verschiedenen Aufgaben zu stellen. Die Vorstellung der Christen, geboren zu werden, ein Leben zu absolvieren und dann der Gnade des Herrn ausgeliefert zu sein ob man/frau nun in den Himmel oder in die Hölle kommt ist uns fremd. Wir kennen auch nicht den Begriff der Erbsünde und der Schuld, der die Menschen schon schlecht und sündig auf die Erde kommen laesst. Wir sagen das alle Menschen den freien Willen haben ihr leben so zu gestalten wie sie es wünschen und rein und ohne schuld auf die Erde kommen. Wir werden in unserem Leben viele Entscheidungen treffen müssen und auch viele Fehler machen, doch wenn wir sterben und ins Sommerland zurückkehren werden wir über unsere Taten nicht gerichtet, aber wir müssen uns über unsere Taten Rechenschaft ablegen. In unserem naechsten Leben werden wir dann wieder mit Situationen konfrontiert die wieder Entscheidungen erfordern. So werden wir nicht bestraft, sondern wir müssen lernen mit den Kraeften die wir haben umzugehen und sie sinnvoll einzusetzen. Das Leben ist eine Schule die es uns ermöglicht zu lernen und uns weiterzuentwickeln. Es ist nicht begrenzt und nach dem Tod ewig. Sondern der Tod ist nur der Übergang von einer Form des Lebens zu einer anderen.

Ursache und Wirkung

Jede Wirklichkeit die wir erleben wird durch unser Handeln oder das Handeln anderer erzeugt. Die Analyse von Ursache und Wirkung erlaubt es uns die Welt zu verstehen. Sie erlaubt es uns die Faeden der Magie zu weben um die Wirklichkeit zu veraendern.

Vergeltung und Ethik

Jeder Gedanke der gedacht wird, jede Tat die ausgeführt wird hat Auswirkungen auf unsere Umwelt und auch auf uns. So ist es für eine Hexe wichtig sich genau zu überlegen was sie machen will. Denn wie die Dreierregel es beschreibt, wird jede Tat dreimal vergolten im Guten wie im Bösen. Unser Handeln unsere Magie veraendert die Welt und so haben wir die Verantwortung für unser Handeln.

Die Göttin

Vorbemerkung

Seit dem die Menschen sich religiöser Gefühle bewusst wurden, verehrten Sie die grosse Muttergöttin. Sie war die, die das Leben erschuf und es wieder nahm. Ihr Symbol war und ist der Mond. Sie war und ist die Mondin. Als Zeichen dafür entspricht der weibliche Zyklus dem des Mondes. Der Mond symbolisiert aber auch Rad des Lebens, die ewige Folge von Geburt, Tod und Wiedergeburt. So wie der Mond waechst und schwindet, so waechst und schwindet auch der Mensch.
Die Göttin erscheint als Dreifache Göttin. Sie hat drei Aspekte bzw. Manifestationen, die auch hier wieder ihre Entsprechung in den Phasen des Mondes widerspiegeln.

Die Weisse Göttin

Sie ist die Jungfrau, der zunehmende Mond . Sie symbolisiert den Beginn des Lebens , Geburt und Wachstum, der rein und frei von allem Makel ist. Hier unterscheiden wir uns sehr von den Christen. Die Christen gehen von der Erbsünde aus, mit der alle Menschen belastet sind und die erst durch die Taufe getilgt wird. Wir Wicca kennen den Begriff der Sünde nicht, schon gar nicht bei den Wesen die noch unschuldig sind. Die Jungfrau ist Wachstum, ist Wissensdurst und der Beginn des Weges der Erfahrung.. Sie steht vor dem Erwachsen werden und in Ihr pulsiert das Leben. Ihre Sexualitaet ist noch nicht erwacht , doch Sie ist nicht asexuell wie die christliche Mariengestalt, sondern ist im Stadium der Reife.

Die Rote Göttin

Sie ist gereift , Sie ist der Vollmond , Sie ist die Liebe und der Kampf, so gibt es keine unbefleckte Empfaengnis, sondern Sie ist die personifizierte Lebenslust. Zu Beltane ( 30.April ) vereinigt Sie sich mit dem Gott und wird so zur Mutter , leidenschaftlichen Liebhaberin und liebevollen Gattin. Sie ist jedoch entgegen den patriarchalischen Religionen ( Christentum, Judentum, Islam ) nicht Objekt von Sexualitaet und mütterlichen Pflichten, sondern handelndes und bestimmendes Wesen. Ihr Wille ist es der Sie das werden laesst, was Sie ist und nicht Ihre Pflicht. Sie steht auf dem Höhepunkt Ihrer Entfaltung.

Die Schwarze Göttin

Im letzten Aspekt ist Sie die Greisin. Hier agiert Sie als liebende, weise Grossmutter, als dunkle Zerstörerin und als Begleiterin in den Tod. Viele mögen sich bei dieser Vorstellung erschrecken, doch ist der Tod und die zerstörerische Kraft der Natur nicht die Schaffung von neuem Leben. Wir sterben um Platz für unsere Kinder und Kindeskinder zu schaffen und um Wiedergeboren zu werden. Ein Waldbrand saeubert den Wald vom Unterholz und in Australien benötigen einige Baeume das Feuer um überhaupt Ihre Frucht zum keimen zu bringen. Die Tod und Zerstörung bringenden Überschwemmungen bereiten ja auch den Boden für eine neue Ernte vor.
In unserer modernen Welt ist das Rad des Lebens nicht mehr vollstaendig. Alter und Tod wurden aus der Gesellschaft verbannt. Die Natur wird als grausam und gewalttaetig empfunden und sie muss gezaehmt werden. Das Wort des Christengottes: "Macht Euch die Erde untertan war ein Sakrileg gegen die Göttin. Sie ist unsere Mutter, Sie gibt uns Essen und Trinken, freiwillig , weil Sie es will und weil Sie uns liebt. Wir sind ihre Kinder und Sie laesst uns nicht allein ,wir brauchen Sie nicht zu unterwerfen.

Die Verhüllte Göttin

Die Verhüllte Göttin ist nicht direkt ein Aspekt der dreifachen Göttin. Sie ist das Symbol für die Abwendung der Menschen von ihrer Mutter. Doch wenn sich die Menschen von Ihr abwenden, so verhüllt Sie Ihr Antlitz und Verwirrung und Chaos ergreift die Menschheit. Dunkelheit und Vernichtung kommt über die Erde. Nichts bleibt wie es war, Blut und Traenen ertraenken die Liebe und das Leben. Doch es ist nicht die Dunkle Göttin des Todes die Ihr Werk verrichtet, sondern es ist das Chaos, die Gewalten des Kosmos, die ohne die lenkende Hand der Göttin agieren.

Das Gesetz der Göttin

"Tu was du willst, aber schade keinem anderen."
"Liebe alle Wesen, das ist mein Gesetz"
"Ich verlange nicht das etwas für mich geopfert wird"

Das sind Ihre Anforderungen an uns. Wenn wir die Natur und die Wesen, die in Ihr leben mit Ehrfurcht und Respekt behandeln, so werden wir das Rad des Lebens verstehen.

Die Namen der Göttin

Die Göttin hat viele Namen in den Laender und bei den Völkern und Staemmen der Erde. Hier sind einige aufgelistet:

Cerridwen
walisisch, kletische Mond- und Herbstgöttin, dunkle Muttergöttin

Demeter
griech. Göttin des Ackerbaus und der Feldfrucht, Schwester des Zeus, Mutter der Persephone; Hauptkultstaette war Eleusis. Bei den Römern entsprach ihr Ceres.

Ceres
röm. Göttin der Feldfrucht.

Artemis
die jungfraeul. Jagdgöttin der Griechen. Tochter des Zeus und der Leto, Zwillingsschwester Apollons.

Diana
röm. Göttin der Jagd, der griech. Artemis gleichgesetzt.

Hekate
griechische dunkle Mondgöttin, weise Alte

Freyja
(Freia, Freya) [altnord. >Herrin<], in der altnord. Mythologie die Ur- und Erdmutter aus dem Göttergeschlecht der Wanen; spaeter mit Frigg verbunden.

Gaea
(Gaia), bei den Griechen die göttl. >Urmutter Erde<, die alles Sterbliche hervorbringt und wieder in sich aufnimmt.

Astarte
im AT Aschtoret genannte kanaanaeische Fruchtbarkeitsgöttin; in Babylonien entspricht ihr Ischtar.

Bastet
aegypt. Göttin der Freude und Liebe, in Menschengestalt mit Katzenkopf oder ganz als Katze dargestellt.

Nut
aegypt. Himmelsgöttin.

Tiamat
sumerisch-babylonische Muttergöttin ( Dia Mater )

Kybele
lat.Cybele, Magna mater, grch. Megale meter ["die grosse Mutter"] ursprünglich kleinasiatische Naturgottheit der griech.-röm. Religion, in Waeldern und Bergen verehrt.

Der Gott

Die alte Religion ist eine “ Duale Religion “, die neben der Göttin auch den Gott hat. Diese Dualitaet, diese beiden Gegensaetze sind es aus denen sich alles entwickelt, alles entsteht.
Der maennliche Gott symbolisiert die Verbundenheit mit dem Tierreich, aus diesem Grund wird er auch als Gehörnter Gott dargestellt. Er ist aber auch Vegetationsgott, denn er beschreibt den Zyklus von Grünen, Reifen und Ernten.

Die Feste

 

Samhain

31. Oktober bis 2. November

Planetenbezug: Pluto

Themen: Transformation, Anfang und Ende, Tod

Das Land legt sich nieder zum sterben, das Licht ist erloschen, die Göttin hüllt sich in Dunkelheit und der Gott besteigt seinen Thron in der Unterwelt. Die Nacht greift um sich und die Nebel zur Anderswelt sind dünn und durchlaessig.
Samhain ist das Neujahr der Hexen. Die warme Jahreszeit ist endgültig vorbei und die Natur begibt sich zur Ruhe. Der Gott der Hexen stirbt, in der Gewißheit durch die Göttin wiedergeboren zu werden. In dieser Nacht schauen wir zurück auf das alte Jahr und wir schauen auch in die Zukunft. Aber es ist auch die Nacht in der die andere Welt, die Welt der Verstorbenen unsere Welt berührt. Die Nebel die beide Welten voneinander trennen sind so dünn, das ein Wechsel von einer Welt in die andere möglich ist. Samhain ist auch ein Gedenken an die die vor uns waren, es ist ein Gedenken das wir wieder zur Göttin heimkehren werden um in einem neuen Leben uns den weiteren Prüfungen des Lebens zu stellen und somit innerlich zu wachsen.
Samhain ist das grösste keltische Fest. Es ist traditionell das Fest des Loslassen, des Verabschieden, ein Fest das sich mit der Unterwelt befasst, mit Tod und Vergehen.
In den frühen Gesellschaften konnten die Menschen keine grosse Vorratshaltung für ihre Viehherden betreiben. In dieser Zeit, als es Anfing kalt zu werden, wurden die Herden gesichtet und die Tiere die den Winter sowieso nicht überleben würden, wurden geschlachtet. Es war ein blutiges Unterfangen, doch nur so hatten die Menschen genügend Fleisch für den Winter und die Herden wurden auf ein Mass reduziert, das für die meisten Tiere über den Winter kamen.
Dieses massive Schlachten, also der Umgang mit dem Tod, praedestinierte dieses Fest als Fest der Toten.
Zu diesem Zeitpunkt ist der Schleier, der zwischen unserer und der Anderswelt liegt besondern dünn und so können die Toten zu uns und wir in das Reich der Toten wandern. Wir gedenken unserer Ahnen indem wir beim Essen waehrend dieser Zeit immer ein Gedeck mehr auflegen, das sogenannte Ahnengedeck.

Julfest

In dieser laengsten Nacht des Jahres erfüllt sich das Versprechen der Wiedergeburt. Die Natur ringsherum ist augenscheinlich tot und regungslos. Die Baeche sind im Eis erstarrt und fliessen nicht mehr , die Baeume stehen blatt - und leblos in der schweigenden Natur. Der Schnee bedeckt alles wie ein Leichentuch. Doch in dieser Nacht in geschieht das Wunder. Die Göttin gibt dem Gott neues Leben. In dieser Nacht wird er wiedergeboren. Die Dunkelheit ist vorbei, die Naechte werden kürzer und was Tod schien und verloren wird wieder erwachen. Das Julfest markiert eine Wende im Jahr, die Wende hin zum Licht, zum Leben und zur Erneuerung. Wenn für die Christen Jesus das Licht in der Dunkelheit ihrer Existenz ist, so ist es für uns Heiden, deren Göttinnen und Götter nicht in einem imaginaeren fernen Himmel leben, sonder direkt in unserer Naehe, dann bedeutet die Geburt des Lichtes, das das Licht wieder in die reale Welt zu uns zurückkehrt. Die Sonne hat ihren absoluten Tiefststand erreicht und nun wendet sich das Blatt. Die Göttin, die greise Alte, die das nun das Land, das totenaehnlich schlaeft repraesentiert, schenkt dem Sonnen- und Vegetatitonsgott seine neues Leben, er wird wiedergeboren. Hier ist eigentlich der fundamentale Unterschied zum Christentum zu sehen. Waehrend der christliche Heros in einer linearen Entwicklung steht das heisst, er wird geboren, er lebt und er opfert sich und stirbt und faehrt dann in den Himmel, so steht unser Heros für das Rad, für einen Kreis, in dem sich alles wandelt und veraendert, doch nie zu einem Abschluss kommt. Unser Gott wird geboren, er lebt er opfert sich, doch er beendet seine Aufgabe nicht, sondern wechselt durch seinen Tod in die Unterwelt um von dort wieder auf die Erde zu kommen, also wiedergeboren zu werden.
Auch für uns symbolisiert dieses Fest einen Neuanfang. In vielen alten Traditionen wird an diesem Tag in den Haeusern alles Licht gelöscht und alle Feuer. Nun wird draussen ein Feuer angezündet und dieses Feuer wird dann in die Haeuser getragen und damit werden die Lichter entzündet. Die Zeit zwischen den Zeiten, also zwischen Samhain und Jul ist damit beendet und ein neues Licht und ein neues Herdfeuer laeuten ein neues Jahr ein mit neuen Aufgaben, neuen Hoffnungen. Jul ist die Zeit der neuen Plaene und Hoffnungen und der Erkenntniss, dass die Dunkelheit nicht ewig waehren kann.
Eine andere Geschichte ist die der Herrschaft zweier Könige, die sich an den Sonnenwendtagen bekaempfen und der jeweilige Sieger dann die entsprechende Haelfte des Jahres herrscht. So kaempfen in der Nacht der Wintersonnenwende der Eichenkönig des lichten Jahres gegen den Stechpalmenkönig des dunklen Jahres. Es sind der Helle und der Dunkle Zwilling, der eine hat die Kraft alles wachsen und gedeihen zu lassen, der andere die Kraft alles zur Reife und zur Ernte und
somit zum Ende zu bringen.

Brigidh

um den 1. Februar

Planetenbezug: Uranus

Themen: Das Licht hat sich durchgesetzt, Heilung, Zukunft

Gott und Göttin, kindlich rein, Wiedergeboren geben sie die Hoffnung das die Kaelte und die Dunkelheit schwindet. Der Winter noch nicht gebrochen, doch die Zeit des Todes schwindet und Licht und Waerme künden die neue Zeit, des Wachstum und der Reife.
In dieser Zeit erkennt jeder in der Natur das sich erste Regen von neuem Leben. Die Tage sind erkennbar laenger geworden. Der junge Gott ist zum Knaben herangewachsen und seine Kraft ist in der Natur schon sichtbar. Es ist aber auch der Feiertag der von den Kelten verehrten Feuergöttin Brigid mit ihrer dreifaltigen Natur. Sie beherrscht die Kraft des Schmiedens, der Poesie und Inspiration und der Heilung. Es ist die Zeit der Erneuerung und der Reinigung. Der Februar ist der Monat der Reinigung ,der Heilung und der Maessigung.

Ostara

um den 21. Maerz

Planetenbezug: Mars

Themen: Vitalitaet, Selbstvertrauen, Selbstsicherheit, sexuelle und spirituelle Kraft, Mut, Erwachen

Die junge Göttin erwacht aus ihrem Schlaf, das weisse Kleid des Todes weicht unter der Waerme des erstarkenden jungen Gottes erwacht die Sehnsucht nach Waerme, Licht und Vereinigung!
Es ist die Zeit des Frühlingsequinox, der Frühjahrstagundnachtgleiche. Noch hat sich der Winter nicht zurückgezogen, doch es ist das letzte Aufbaeumen der Dunkelheit und Kaelte. Es ist die Zeit des Lichtes, die Zeit in der die Saefte steigen, die Zeit in der die Natur nun völlig erwacht aus ihrem Schlaf.
Das göttliche Paar lernt sich kennen, es neckt sich, tollt herum aber es ist sexuell noch nicht erwacht. Doch dieses Zusammensein der beiden symbolisiert die zukünftige Fruchtbarkeit. Aus diesem Grund sind die Symbole dieser Zeit das Ei und der Hase. Beides sind Symbole der Fruchtbarkeit. Diese urheidnischen Symbole finden sich auch im christlichen Osterfest wieder.
Eine Besonderheit des christlichen Osterfestes ist, das es sich sowohl am Frühlingsequinox orientiert als auch am Vollmond. Das christliche Osterfest faellt auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach der Frühlingstagundnachtgleiche.
Das christliche Osterfest hat bemerkenswerte AEhnlichkeiten mit dem Attiskult um die phrygische Göttin Cybele. Dieser Kult kam aus Kleinasien nach Rom und wurde dort dann sehr stark. Auch Attis wird geopfert, tritt seine Reise in die Unterwelt an. Nach drei Tagen, also nach der eigendlichen Tagundnachtgeliche steht er als Sonnengott wieder auf, den nun herrscht das Licht tatsaechlich über die Nacht. Der Attiskult war ein sehr blutiger Kult in dem sich die Priester zu diesen Feierlichkeiten selbst kastrierten. In Neuss bei Düsseldorf ist bei Bauarbeiten der einzige Cybele Taufkeller jenseits der Alpen gefunden worden.
Das Christentum hat uns nun einen Osterbrauch beschert, der Eindeutig aus den südlichen Laender kommt. Denn Tod und Auferstehung in diesem Zusammenhang findet sich bei uns nicht. Unser jugendlicher Gott bringt sein Opfer zu einem spaeteren Fest. Dieses Thema der Auferstehung müssen wir wohl den klimatischen Unterschieden zuordnen. Waehrend in den südlichen Laendern zu dieser Zeit die Saat schon aufgeht, also der Aspekt des Sterbens des Saatkorns in der Erde ( Symbol der Reise in die Unterwelt ) und nun das erstarken der neuen Pflanze ( Auferstehung ) ist bei uns der Aspekt des Saeaeens im Vordergrund. Denn traditionell beginnt die Arbeit auf den Feldern erst nach der Frühlingstagundnachtgleiche.

Beltane

Beltane ist das Fest der Großen Ehe, der großen Hochzeit. Der Gehörnte Gott ist nun erwachsen und die Göttin ist bereit seinen Samen zu empfangen. Somit ist er in ihr unsterblich, denn wenn er stirbt ist die Göttin bereit ihm wieder neues Leben zu schenken. Hier beginnt der große Kreislauf von zeugen, gebaeren,leben und sterben und wiedergeboren werden. Viele WICCA-Paare heiraten zu dieser Zeit. Es gibt viele Braeuche die noch an die heidnischen Traditionen erinnern. Ein Symbol ist der Maibaum. Dabei ist der Maibaum das Symbol für das Glied des Gottes und das Loch in der Erde in den der Maibaum gepflanzt wird das Symbol für die Scheide der Göttin.. Bei vielen Ritualen zu Beltane verteidigen die Frauen das Loch im Boden gegen die Maenner die den Maibaum aufstellen wollen. Es ist kein Kampf der Geschlechter, sondern ein mehr ein Necken und fordern. Ein erotisches Spiel das die Sinne in Wallung bringen soll. Zu Beltane wird die Vereinigung gefeiert, doch nicht nur die körperliche sondern auch die seelische. Mit jedem Menschen mit dem wir eine Beziehung eingehen betreten wir ein Gebiet in dem wir uns selbst öffnen müssen und der andere sich öffnen muß. Dies erfordert Vertrauen und Vertrauen erfordert Sicherheit. Diese Sicherheit finden wir in der Göttin.

Litha

Mitsommer oder die Sommersonnenwende ist der laengste Tag im Jahr. Zum einen ist es ein Feiertag der die volle Kraft des Lebens darstellt , auf der anderen Seite ist es auch der Tag nach dem die Tage wieder kürzer werden und uns vor Augen führt das wir unseren Lebenszenit auch mal überschreiten werden. An Mittsommer feiern wir die volle Kraft des Lebens aber wir ge-denken auch der Sterblichkeit unser jetzigen Existenz.

Lugnashad

Lamas ist ein Fest des Wachstums und der Reife. Wir gedenken des wachsen des Getreides und wir erwarten die Ernte von allem was die Göttin für uns bereit haelt. Die alten Kelten gedachten an diesem Fest des Kulturbringer und Sonnengottes Lug. Deshalb ist das Fest Lamas auch als Lughnasadh bekannt.

Mabon

um den 21.September

Planetenbezug: Venus

Themen: Liebe,Harmonie,Ausgleich, Ernte

Das Laub faerbt sich bunt, ein letztes Fest der Farben und des Füllhorns. Die Ernte ist eingebracht, die Speicher voll und so tanzen und lachen wir nach der harten Arbeit und danken der Göttin für die Früchte des Jahres.
Waehrend Ostara das Licht ankündigt, so kündigt die das Herbstaeqinoktium die Dunkle Jahreszeit an. Der Gott bereitet sich aufs Sterben vor. Die Tage werden ab nun kürzer und viele werden uns verlassen und ins Schattenreich gehen. Doch der Gedanke an den Tod ist nicht mit Schrecken behaftet, den wir Hexen wissen das der Tod genauso zum Leben gehört wie die Geburt. Denn auch wenn die Felder jetzt leer und tot erscheinen so ist doch die Ernte eingebracht. Die Freizügigkeit der Göttin ist auf ihrem Höhepunkt angekommen. Wir danken an diesem Tag für die Ernte auf den Feldern und für alles Gute was wir in diesem Jahr erlebt haben. Mit diesem Tag schliesst sich das Rad des Jahreskreises